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Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss legt Votum zur Befristung von Funktionspfarrstellen vor

Der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss legte der Kirchenleitung kürzlich ein Votum zur Befristung von Funktionspfarrstellen vor.

In dem Votum spricht sich der PA für die Befristung von Funktionspfarrstellen mit einer unbegrenzten Option zur Verlängerung aus.
In dem Votum wägt die Interessenvertretung der Pfarrerschaft verschiedene Möglichkeiten zu dieser Fragestellung ab. Nach Ansicht des PA bietet die favorisierte Option einerseits die größtmöglichte Gerechtigkeit und andererseits berücksichtigt sie das Interesse des Dienstes ohne dabei die Kolleginnen und Kollegen bzw. deren Familien nicht über Gebühr zu belasten.

Lesen sie selbst. Zum Votum des PA

Pfarrerinnen-und Pfarrerausschuss erreicht Mietwert-Überprüfung

Der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss (PA) hat nach langer Überzeugungsarbeit eine generelle Überprüfung der steuerlichen Mietwerte für alle Pfarrhäuser erreicht.

Wie schon zuvor in der Pfälzischen Kirche, in der EKHN, in der Ev.luth. Kirche Braunschweig und zuletzt in Bayern hat sich nun auch unsere Kirchenleitung in der EKKW das Anliegen des PA zueigen gemacht und lässt durch das Rechtsanwaltsbüro Gütter die steuerlichen Mietwerte für die Pfarrhäuser bei den Finanzbehörden überprüfen.

Bereits vor gut einem Jahr hatte der PA mit finanzieller Unterstützung des Pfarrvereins eine probeweise Überprüfung der Mietwerte exemplarischer Pfarrhäuser durchführen lassen. Die Ergebnisse ergaben, dass die Mietwerte je nach Region zwischen 0,95 € und 1,05 € pro Quadratmeter zu hoch veranschlagt wurden.

Als Grund für die zu hohe Berechnung gibt die Kanzlei Gütter aus Mannheim die inzwischen unzulässige Zugrundelegung eigener Mietspiegel der Finanzämter an. Diese Mietspiegel errechneten sich aus den versteuerten Mieteinnahmen von Vermietern in den jeweiligen Orten. Allerdings werden diese Mietspiegel der Finanzämter seit etlichen Jahren nicht mehr gepflegt, sondern nur noch mit linearen Steigerungen fortgeschrieben.
Schon vor einigen Jahren stellte der Bundesfinanzhof als höchstes deutsches Finanz- und Steuergericht fest, dass diese Berechnungsgrundlage nicht dem Grundsatz der Steuergerechtigkeit entspricht. Das Bundesfinanzministerium erließ daraufhin eine Verfügung, dass steuerliche Mietwerte auf Grundlage der jährlich erhobenen Wohngeldstatistik der Kommunen zu berechnen seien. Der auf diese Weise ermittelte Mietwert liegt in vielen Regionen deutlich unter den alten Mietwerten.
So konnten in den genannten Landeskirche einzelne Pfarrfamilien von der Versteuerung eines geldwerten Vorteils, den das Pfarrhaus bedeutet, völlig befreit werden. Zum Teil erhielten die KollegInnen in den betreffenden Landeskirchen nicht unerhebliche Rückzahlungen vom Finanzamt.

Diese Ergebnisse überzeugten schließlich auch die Mitglieder unserer Kirchenleitung, ein Verfahren zur Überprüfung der Mietwerte einzuleiten. Alle (ehemaligen) Bewohner/innen von Pfarrhäusern haben inzwischen ein Schreiben des Vizepräsidenten erhalten, in dem Sie aufgefordert werden, die entsprechenden Vollmachten zu erteilen und die nötigen Angaben zu machen, damit die Kanzlei Gütter noch in diesem Jahr die Einsprüche bei den zuständigen Finanzämtern vorlegen kann. In der Sache besteht eine gewisse Dringlichkeit, denn zu viel gezahlte Steuern können nur bis zu einem Zeitraum von maximal fünf Jahren zurückgefordert werden. Wer also die Vollmacht mit allen geforderten Angaben zu spät einreicht, verliert unter Umständen die Rückzahlung für ein Jahr.
Auch ehemalige Pfarrhaus-Bewohner/innen können von der Mietwert-Überprüfung profitieren, wenn sie in den letzten fünf Jahren ein Pfarrhaus bewohnt haben.

Weitere Informationen zur KAnzlei Gütter finden Sie unter http://www.gmdp.de/

Informationen zu Fragen der Pfarrdienstwohnung hält das Deutsche Pfarrdienstwohngsintitut für Sie bereit: http://pfarrwohnung.de/cms/

Neuer Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss nimmt die Arbeit auf

Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss legt Schwerpunkte für die neue Amtszeit fest

Nach den Neuwahlen im Mai dieses Jahres hat sich der X. Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss konstituiert.
Zu ihrem Vorsitzenden wählte die Personalvertretung der Pfarrerinnen und Pfarrer in der EKKW erneut Pfarrer Andreas Rohnke aus Hanau und Pfrin. Annette Hestermann aus Cölbe als dessen Stellvertreterin.
Alle vier Jahre wählen die kurhessischen Geistlichen ihre Personalvertretung neu. In den Sprengelversammlungen werden jeweils zwei Mitglieder und deren Stellvertretung gewählt (im Sprengel Kassel ein weiteres für die Pfarrer/innen im Funktionsdienst). Im Mai dieses Jahres war es wieder soweit. Insgesamt neun Pfarrer/innen wurden von der Basis gewählt, um die Interessen der Pfarrerschaft im Gegenüber zur Kirchenleitung zu vertreten.
Während seiner zweiten Sitzung, zu der auch die stellvertretenden Mitglieder eingeladen waren, legte der PA die Schwerpunkte seiner Arbeit in den nun beginnenden Amtszeit fest.

Dauerbrenner wird das Thema "Pfarrhaus" bleiben. Nachdem inzwischen die flächendeckende Überprüfung der steuerlichen Mietwerte in Aussicht steht, wird es in den neuen Amtsperiode um die rechtliche Überprüfung der Schönheitsreparaturen-Pauschale gehen müssen.
Außerdem tritt der PA für eine Lockerung der Dienstwohnungspflicht ein.

Die rechtliche Gleichbehandlung konfessionsverschiedener Ehen im Pfarrhaus ist eine weitere Forderung, die sich die Personalvertretung auf ihre Fahnen geschrieben hat. Derzeit wird auf Vikare/innen mit katholischen Partnern/innen erheblicher Druck ausgeübt, indem die Anstellungsfähigkeit infrage gestellt wird, falls der oder die Partner/in nicht konvertieren möchte.

Die Folgen des neuen Pfarrstellen-Bemessungssystems wird der PA genau beobachten und versuchen, unbillige Härten zu vermeiden. Außerdem stellt man sich auf Konflikte auch innerhalb der Pfarrerschaft ein. Daher hat der PA das Thema "Konflike" als Schwerpunktthema seiner Klausurtagung im kommenden August gewählt. Darüber hinaus wird sich der PA künftig stärker als bisher mit der Arbeitsverdichtung im Pfarrberuf auseinandersetzen, um zu einer realistischen Aufgabenkritik angesichts der zu erwartenden Stellenstreichungen zu gelangen.

Um die stellvertretenden Mitglieder stärker als bislang in die Arbeit einzubinden, sind im neuen PA neben der jährlichen Klausurtagung zwei weitere Sitzungen mit Stellvertreter/innen geplant.
Außerdem wird künftig die Schriftführung im PA vom Vorsitzenden mit erledigt, der für seine Arbeit in der Personalvertretung in geeignetem Umfang frei gestellt werden soll.

PA legt Rechenschaftsbericht vor - Neuwahlen im Mai

Im Sommer dieses Jahres endet die Amtszeit des IX. Pfarrerinnen- und Pfarrerausschusses.
Bereits im Mai werden die neuen Mitglieder des X. Pfarrerinnen- und Pfarrerausschusses bei den Sprengelversammlungen gewählt.
In diesen Tagen erhalten alle Kollegen/innen im aktiven Dienst den Rechenschaftsbericht über die Arbeit in der ausgehenden Amtszeit über die Fächer in den Kirchenkreisämtern oder per Post zugesandt. Sie können den Rechenschaftsbericht auch beim Vorsitzenden des PA, Pfr. Andreas Rohnke, bestellen oder als komprimierte pdf-Datei downloaden. Klicken Sie dafür bitte auf den folgenden Link:
PA-Rechenschaftsbericht

PA veröffentlicht Flyer zu Ehe und Partnerschaft im Pfarrhaus

Den Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss erreichen häufig Fragen zu Ehe und Partnerschaft im Pfarrhaus, insbesondere, wenn eine Ehe in die Brüche geht.
Vielen Kolleginnen und Kollegen wird dann zum ersten Mal bewusst, dass auch das vermeintliche Privatleben einer Pfarrerin/eines Pfarrers Gegenstand von dienstrechlichen Bestimmungen ist.
Als kleine Hilfe hat der PA die wichtigsten Bestimmungen in einem Flyer zusammengefasst.
Diesen Flyer finden sie als Download auf unserer Serviceseite. Oder Sie klicken einfach hier.

PA lässt steuerlichen Mietwert überprüfen

Nachdem die Überprüfung der steuerlichen Mietwerte in anderen Landeskirchen (EKHN, Pfalz, Hannover, Braunschweig) zu erheblichen Senkungen der steuerlichen Mietwerte für die Pfarrhäuser geführt hat, lässt der PA derzeit die Mietwerte von exemplarischen Pfarrhäusern auch in unserer Landeskirche von der Kanzlei Gütter prüfen.
Ergibt sich aus der Prüfung eine realistische Perspektive, die Mietwerte für die kurhessischen Pfarrhäuser senken zu können, wird der PA auf eine generelle Überprüfung der Mietwerte drängen.
Inzwischen liegen uns die Ergebnisse der Test-Überprüfungen vor. Danch lassen sich in städtisch geprägten Regionen mit hohen Mietwerten bis zu 1000,- € Steuern sparen; in eher ländlichen Regionen sind es einige hundert Euro.

Schönheitsreparaturen-Pauschale nun steuerlich absetzbar

Nach langem Drängen des Pfarrerinnen- und Pfarrerausschusses hat das Landeskirchenamt in Verhandlungen mit dem Betriebsstätten-Finanzamt Kassel-Goethestraße nun eine Regelung erreicht, nach der die jährlichen Aufwendungen für die Schönheitsreparaturen-Pauschale als Werbungskosten steuerlich absetzbar sind. Damit können sich Pfarrerinnen und Pfarrer, die ein Pfarrhaus bewohnen wenigstens einen Teil der Kosten vom Finanzamt im Rahmen ihrer Steuererklärung erstatten lassen. Über den richtigen Weg, sich sein Geld wieder holen zu können, hat das Landeskirchenamt in einem Rundschreiben informiert.

Belastungen durch steuerlichen Mietwert lassen sich deutlich senken

Der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss diskutiert seit längerer Zeit über Möglichkeiten zur Senkung des steuerlichen Mietwerts für die Pfarrhäuser. Inzwischen haben einige Landeskirchen erfolgreich eine Senkung des steuerlchen Mirtwerts erreicht.

In der Pfälzischen Kirche, in der EKHN und in der Ev.luth. Kirche Braunschweig haben sich die Kirchenleitungen das Anliegen der dortigen Pfarrvertretungen zueigen gemacht und über das Rechtsanwaltsbüro Gütter deutliche Senkungen der steuerlichen Mietwerte für die Pfarrhäuser bei den Finanzbehörden erreicht. Einzelne Pfarrfamilie konnten dort von der Versteuerung eines geldwerten Vorteils, den das Pfarrhaus bedeutet, völlig befreit werden. Zum Teil erhielten die KollegInnen in den betreffenden Landeskirchen nicht unerhebliche Rückzahlungen vom Finanzamt.
Innerhalb der Hannoverschen Kirche ist der Klärungsprozess mit den Finanzbehörden zurzeit noch nicht abgeschlossen. Die dortige Kirchenleitung hat sich aber das Anliegen des Pastorenausschusses und -vereins zueigen gemacht.

Auch der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss der EKKW bemüht sich derzeit um eine Senung der steuerlichen Mietwerte. Wir sind mit der Kirchenleitung in dieser Sache im Gespräch und versuchen derzeit über exemplarische Einsprüche gegen Steuerbescheide eine generelle Überprüfung zu ereichen.

Inzwischen liegen uns die ersten Test-Überprüfungen vor. Danach lassen sich in städtisch geprägten Regionen mit hohen Mietwerten jährlich bis zu 1000,- € Steuern sparen; in ländlichen regionen sind es immerhin einige hundert Euro.

 

Steuern sparen im Pfarrhaus
 

Zum 1. Februar 2007 trat die neue Verordnung über die Schönheitsreparaturenpauschale in Kraft. Diese Veränderung sorgte für großen Unmut bei den Pfarrerinnen und Pfarrern in der EKKW, die bisher von der Wahlmöglichkeit gebraucht gemacht hatten und ihr Pfarrhaus selbst renovierten.
Nunmehr müssen alle gleichermaßen die Pauschale zahlen.
Diese Pauschale wurde vor etlichen Jahren auf Druck der Finanzverwaltung eingeführt, um so genannte geldwerte Vorteile im Pfarramt abzubauen.

Nach einer Änderung im Steuerrecht können seit einigen Jahren Aufwendungen zur Renovierung der Dienstwohnung bei der Einkommensteuererklärung als „Steuermäßigung für haushaltsnahe Hilfen“ geltend gemacht werden.
Darunter zählt der Gesetzgeber gemäß Bundessteuerblatt 2003 auch handwerkliche Arbeiten, sofern sie Schönheitsreparaturen und kleinere Ausbesserungsarbeiten darstellen. Diese können gegenüber dem Finanzamt jedoch nur geltend gemacht werden, wenn die gezahlten Pauschalbeträge und die Leistungen in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen und im selben Jahr erbracht wurden.
M.a.W.: Es werden nur die Pauschalzahlungen anerkannt, welche im Jahr der Renovierung gezahlt wurden.

Genau hier setzt unser Spartipp ein. Sie können natürlich gegen Vorlage von Belegen jederzeit die Pauschalzahlungen geltend machen, die im Jahr der Renovierung erbracht wurden, allerdings können Sie noch mehr Steuern sparen!

Die nötigen Schritte hierzu haben wir in einem Merkblatt zusammengestellt, dasSie Sich als pdf-Download
herunterladen können. Dazu klicken Sie bitte hier.

Für weitere Steuertipps für Pfarrerinnen und Pfarrer klicken Sie bitte hier.

Inhalt:

Burnout im Pfarrberuf

Aus gegebenem Anlass beschäftigte sich der PA während seiner Klausurtagung 2008 mit dem Thema "Burnout im Pfarrberuf".
Die beiden Referenten, Dr. Robert Eidam, Pastoralpsychologe in der EKKW, und Pastor Hans Baron, Burnout-Beauftragter der Nordelbischen Kirche informierten die Mitglieder des PA über die vielfältigen Symptome, Auswirkungen und Ursachen von Überlastung im Pfarrberuf.
Der PA sieht sich durch diese Fortbildung nun besser gerüstet, Pfarrer/innen zu begleiten, die aufgrund von Burnout Schwierigkeiten im Beruf bekommen.
Der PA sieht seine Aufgabe neben der individuellen Begleitung von Kolleginnen und Kollegen vor allem darin, sich für Entlastungen im strukturellen Bereich des Pfarrberufs einzusetzen, z.B. für eine Entlastung im Bereich der Verwaltung.

Auf Anregung des PA haben die beiden hessischen Pfarrvereine das Thema Burnout unter dem Titel "Brennen, ohne zu verbrennen" für den gemeinsamen Hessischen PFarrtag am 10. Juni 2009 in Langenselbold gewählt. Andreas von Heyl, ein renommierter Spezialist zu Fragen Burnout im Pfarrberuf, konnte als Referent gewonnen werden.

Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht statt Verwaltung und Management
- Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss der EKKW veröffentlicht die Ergebnisse seiner Studie „Pfarrberuf heute“ -

Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht sollen im Zentrum des Pfarrberufs stehen. Der hohe Anteil an Verwaltungstätigkeiten und Managementaufgaben führt dagegen zu Unzufriedenheit und Frustrationen der Geistlichen. Das ist eines der Hauptergebnisse der Befragung aller Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, deren Auswertung jetzt als Buch von der Pfarrvertretung veröffentlicht wird.

In der Zeit von Dezember 2002 bis März 2003 führte der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss der EKKW (PA) eine Vollbefragung aller Geistlichen der kurhessischen Kirche durch. In einem zwölfseitigen Fragebogen wurde nach Leitbildern für den Pfarrberuf bzw. deren Relevanz, nach der Arbeitssituation im Pfarramt, nach Fort- und Weiterbildung, dem Umgang mit Reformen sowie der Zusammenarbeit mit kirchlichen Institutionen gefragt.
Anlass für die Studie war die Veröffentlichung des Diskussionspapiers der Theologischen Kammer „Das Amt des Pfarrers und der Pfarrerin in der modernen Gesellschaft“ aus dem Jahr 2001. Mit der Veröffentlichung der nun vorliegenden Studie leistet der PA seinen Beitrag zur Leitbilddiskussion im Pfarrberuf, indem er die Leitbildvorstellungen des Amtspapiers in Beziehung setzt zu dem beruflichen Selbstverständnis und den Erfahrungen der Pfarrerinnen und Pfarrer. Durch die vielfältigen Informationen über die Arbeitssituation im Pfarrdienst kann der PA nun die Interessen der Pfarrerschaft untermauert mit wissenschaftlich fundierten Ergebnissen noch gezielter gegenüber der Kirchenleitung vertreten.

Ist die Studie noch aktuell?
„Auch wenn die Befragung schon einige Zeit zurück liegt, sind die Ergebnisse noch immer relevant und top-aktuell“ resümiert Andreas Rohnke, Vorsitzender des PA und Hauptautor der Studie. „Viele der Ergebnisse zeigen Haltungen und Einstellungen, die sich in den letzten Jahren eher noch verschärft haben und sich noch deutlicher als zum Zeitpunkt der Erhebung darstellen“, so Rohnke. Als Beispiele nennt er die Einstellung gegenüber Reformen und zum Wohnen im Pfarrhaus: „Obwohl viele landeskirchliche Reformen damals zwar beschlossen, aber noch nicht in vollem Umfang wirksam waren, zeigt sich schon damals eine große Skepsis gegenüber kirchlichen Reformvorhaben. Sie beeinflussen die Zufriedenheit mit dem eigenen Beruf genauso wie die Loyalität zur eigenen Kirche.“

„Dauerbrenner“ Pfarrhaus
Das Thema Pfarrhaus ist ein „Dauerbrenner“ in der Vertretungsarbeit des PA. Hier gibt es eine hohe Unzufriedenheit und einen großen Verbesserungsbedarf, will man die Akzeptanz der Dienstwohnungspflicht erhöhen. Wenn über 90% der Befragten sich gegen die Residenzpflicht aussprechen und Dreiviertel der Befragten eine freie Wohnungswahl für Pfarrerinnen und Pfarrer befürworten, dann spricht das eine deutliche Sprache. Der PA sieht daher vor allem zum Thema Pfarrhaus akuten Handlungsbedarf. So sind vor allem die Trennung von Wohn- und Dienstbereich überall herzustellen und die baulichen und ökologischen Standards der Pfarrhäuser auf ein akzeptables und insgesamt vergleichbares Niveau zu bringen, das den üblichen Standards auf dem freien Wohnungsmarkt entspricht.
Das Pfarrhaus als „Schnittstelle zwischen Privatleben und Beruf“ ist ein wesentlicher Faktor für die Identifikation der Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihrer Kirche und die Zufriedenheit mit dem eigenen Beruf.
„Investitionen in die Pfarrhäuser sind daher die beste Image-Kampagne der Landeskirche innerhalb der Pfarrerschaft und darüber hinaus. Denn zufriedene Pfarrer arbeiten motivierter und können dadurch andere für die Mitarbeit in ihrer Kirchengemeinde begeistern und gewinnen“, interpretiert Rohnke dieses Ergebnis.

Zu viel Verwaltung im Pfarramt
Als weiteren, gewichtigen Auftrag für die Interessenvertretung leitet der PA die Reduzierung von Verwaltungstätigkeiten im Pfarramt aus der Studie ab.
„Pfarrerinnen und Pfarrer sehen sich in erster Linie als Spezialisten für Theologie und Seelsorge“ fasst die Studie die Ergebnisse zum Berufsbild und den zugrunde liegenden Leitbildern zusammen. Verwaltung und Gemeindemanagement gehören zwar zu den Haupttätigkeiten im Pfarrberuf, für die viel Zeit und Energie aufgewendet wird, sie werden aber von den Befragten nicht zu dessen Kerntätigkeiten gezählt. Im Zentrum des Berufs stehen für die Mehrheit der kurhessischen Geistlichen die klassischen pastoralen Handlungsfelder Gottesdienste, Amtshandlungen, Seelsorge und Unterricht sowie alle Arbeitsbereiche, die ein klares theologisch-pastorales Kompetenzprofil voraussetzen.
Aus dem als zu hoch empfundenen Anteil der Verwaltungstätigkeiten im Pfarrdienst resultiert nicht nur ein hohes Unzufriedenheitspotenzial bei den Geistlichen. Vielmehr sind auch die Loyalität zur eigenen Kirche und die Einstellung zu kirchlichen Reformprojekten in hohem Maße abhängig davon, welcher Anteil der Arbeitszeit in die Verwaltung investiert werden muss. „Ein Reformvorhaben wird in der Pfarrerschaft auch daran gemessen, ob es eine Vereinfachung der Verwaltung mit sich bringt. Gelingt das nicht, riskiert man nicht allein den Misserfolg der Reform, sondern auch die ‚innere Kündigung‘ wenigstens eines Teils der Pfarrerinnen und Pfarrer“, erläutert Rohnke diesen Befund.

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land
Überrascht zeigten sich die Mitglieder des PA von dem hohen Einfluss der Arbeitssituation auf die Berufsbilder. Die Studie zeigt, wie sich der Einsatzort (Stadt oder Land), das Beschäftigungsverhältnis (Vollzeit oder Teilzeit) oder die Art des Dienstes (Gemeinde- oder Funktionsdienst) auf die Vorstellungen vom Pfarrberuf auswirken. So unterscheiden sich Pfarrerinnen und Pfarrer in der Stadt von ihren Kollegen/innen auf dem Land nicht nur in der sehr unterschiedlichen Rangfolge von Haupt- und Kerntätigkeiten, sondern auch in den Vorstellungen und Leitbildern zum eigenen Beruf. Geistliche im ländlichen Bereich sehen sich eher als theologische Generalisten, die rund um die Uhr erreichbar sein sollten, während Pfarrerinnen und Pfarrer in der Stadt als Referenzgröße für ihren Beruf den Beruf des Arztes in der Stadt sehen: mit der Möglichkeit zur Spezialisierung und zum Teildienst sowie mit klaren Arbeits- und Sprechzeiten.
Die Studie kommt zu dem Schluss: „Angesichts der zum Teil sehr deutlichen Unterschiede muss gefragt werden, ob es noch zulässig ist, von dem Pfarrberuf zu sprechen.“ Es legt sich daher nahe, stattdessen von einem pastoralen Berufsfeld zu sprechen.

Typologie des Pfarrberufs
In einem letzten Kapitel beschreibt die Studie vier verschiedene Pfarr-Typen, denen sich bestimmte Kompetenzprofile zuordnen lassen. Diese Pfarr-Typen sind in vielem deckungsgleich mit Typologie des Pfarrberufs in der Pfarrerbefragung innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannover. Mit Hilfe der Typologie lassen sich bestimmte Konfliktkonstellationen besser verstehen bzw. vielleicht vermeiden. Pfarrerinnen und Pfarrer könnten punktgenauer eingesetzt werden, wenn man die Kompetenzprofile mit den Erwartungsprofilen der jeweiligen Pfarrstelle in Bezug setzen würde. Die Typologie könnte somit auch ein interessantes Instrument der Personalentwicklung werden.

Die kurhessische Studie mit dem Titel „Pfarrberuf heute“ wird allen Pfarrerinnen und Pfarrern der Landeskirche kostenlos zugesandt.
Interessierte können die Veröffentlichung hier gegen eine Schutzgebühr von 10,- € bestellen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: Befragung

 

Klausurtagung 2007 des Pfarrerinnen- und Pfarrerausschusses:
Schwerpunktthema Pfarrhaus und Arbeitssituation im Pfarramt
 

Der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss (PA) hat während seiner Klausurtagung im Februar die Schwerpunkte für seine Arbeit festgelegt und sich in Fragen des Dienstrechts und der Beratung in Konfliktfällen kompetent gemacht.

Während seiner ersten Klausurtagung im Februar 2007 in Kassel beschäftigten sich die Mitglieder des PA intensiv mit Fragen des Pfarrdienstrechts.

Dienstrechtsdezernet Dr. Obrock stand dem PA Rede und Antwort zu Fragen des Pfarrerdienstgesetzes. Besonders das Verhältnis zwischen dem Dienstrecht für Pfarrer/innen und dem Beamtenrecht standen im Mittelpunkt des Interesses. Daneben wurden Einzelfragen wie z.B. Residenzpflicht, Beihilfefragen oder Versetzung von Pfarrern/innen bei Nichtgedeihlichkeit erörtert.

Für das Thema "Beraten in Konfliktfällen" stand der Pastoralpsychologe Pfr. Robert Eidam dem PA als Gesprächspartner zur Verfügung. Kollegen/innen suchen den Rat des PA zumeist erst, wenn ein Konflikt mit der Kirchenleitung oder dem KV schon sehr weit fortgeschritten ist. Um in dieser Situation noch kompetenter und angemessener beraten zu können, hatte man dieses Thema für die Tagung gewählt.

Auf der Grundlage der Tiefenauswertung der Befragung "Pfarrberuf heute" legte der PA als Schwerpunktthemen für die neue Amtsperiode die Themen Pfarrhaus/Residenzpflicht und Arbeitssituation im Pfarrberuf fest. Die Befragung zeigte deutlich, dass insbesondere bei diesen Themen der "Schuh drückt".

Der PA möchte sich für folgende Punkte besonders einsetzen:

  • Verbesserung der Wohnsituation in Pfarrhäusern,
  • die Verbesserung der ökologischen Standards von Pfarrhäusern,
  • die Verringerung der finanziellen Belastungen des Wohnens im Pfarrhaus,
  • eine Lockerung der Residenzpflicht,
  • eine angemessene Ausstattung der Pfarrämter,
  • die Verminderung von Verwaltung im Pfarramt,
  • die inhaltliche Profilierung von Pfarrstellen
  • und andere strukturelle Maßnahmen zu Verbesserung der Arbeitssituation von Pfarrerinnen und Pfarrern.
Befragung der Pfarrerinnen und Pfarrer
 

Im Rahmen einer Presse-Konferenz im Haus der Kirche stellte der Pfarrerinnen- und Pfarrerausschuss (PA) der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck am 16. Oktober 2003 erste Ergebnisse seiner Befragung zum Pfarrberuf der Öffentlichkeit vor.

Überblick über die ersten Ergebnisse

Das steigende Maß an Verwaltungstätigkeiten in den Pfarrämtern nimmt den kurhessischen Pfarrer/innen Zeit und Energie, die sie lieber für Seelsorge, Gottesdienste und die Leitung der Gemeinden verwenden würden. Diese Kerntätigkeiten im Pfarrberuf stehen ungebrochen im Zentrum der pfarramtlichen Tätigkeiten. Ihnen wird von den Geistlichen die größte Bedeutung beigemessen.

Die Kerntätigkeiten des Pfarrberufs (Seelsorge, Gottesdienst, Unterricht und Leitung der Gemeinden) werden auch als Themenwünsche für Fort- und Weiterbildungen angegeben. Die kurhessischen Pfarrerinnen und Pfarrer sind trotz geringer Aussichten auf Aufstiegschancen oder den Wechsel auf attraktivere Stellen hoch motiviert, sich beruflich weiter zu qualifizieren, um ihren Beruf noch besser ausüben zu können.

Die geplante Tiefenauswertung der Studie soll im Laufe des nächsten Jahres genauere Schlüsse auf ein Kompetenzprofil im Pfarrberuf geben. In der Bewertung des Pfarrhauses ist die deutlichste Abkehr von den traditionellen Leitbildern zum Pfarrberuf festzustellen. Hier liegt ein relativ hohes Unzufriedenheitspotenzial. Das ergab eine Befragung aller Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, die vom PA in Auftrag gegeben wurde.

Hohe Rücklaufquote

„Die hohe Rücklaufquote von fast 60% aller Pfarrerinnen und Pfarrer zeigt uns, dass wir mit der Befragung den Nerv getroffen haben.“, fasste Andreas Rohnke, Vorsitzender des PA, seinen Dank an seine Berufkollegen/innen zusammen. Auch inhaltlich sei die Studie ein voller Erfolg. So könne man schon jetzt konkrete Aussagen zu einzelnen Fragestellungen machen und Aufträge für die Vertretungsarbeit des PA aus den Ergebnissen herleiten.

Verbesserung bei Pfarrhäusern

Eine der wichtigsten Aufgaben sieht die Pfarrvertretung danach in der Verbesserung der Bedingungen im Bereich der Pfarrhäuser. Über 90% der Befragten sprechen sich hier für eine Präsenzpflicht (=Pflicht zum Wohnen innerhalb der Gemeinde) aus, nur noch 6% für die Residenzpflicht (=Pflicht zum Wohnen im Pfarrhaus). Für dreiviertel der Pfarrerinnen und Pfarrer sollte es möglich sein, dass Gemeindepfarrer/innen auch in einer anderen Wohnung als dem Pfarrhaus wohnen können.

„Das ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass man hier etwas tun muss, will man an der Tradition des Protestantischen Pfarrhauses festhalten.“, so die Mitglieder des PA einhellig. Die Residenzpflicht sei langfristig nur zu halten, wenn man die Rahmenbedingungen für das Wohnen im Pfarrhaus deutlich verbessere. Neben einem finanziellen Ausgleich für steuerrechtlich bedingte Einbußen der Pfarrfamilien (steuerlicher Mietwert, Renovierungspauschale) werde eine klarere Trennung von Amtsbereich und Wohnbereich der Pfarrfamilie von einem hohen Prozentsatz der Befragten gefordert.

Die Alternative sei, dass man sich von diesem Leitbild verabschiedet und im Hinblick auf die Residenzpflicht nach anderen Modellen sucht.

Kernbedarf für Fort- und Weiterbildung

Für den Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung lässt sich aus den Ergebnissen der Studie ein Kernbedarf bestimmter Themen und Fragestellungen ableiten. Neben den zentralen Themenfeldern Seelsorge und Gottesdienst werden hier vor allem Qualifizierungen im Bereich der Leitung und Verwaltung sowie der Kommunikation nachgefragt.

Als Motive für die hohe Fortbildungsbereitschaft der Pfarrerinnen und Pfarrer werden vorrangig „persönliche Weiterentwicklung“ und „berufliche Qualifikation“ genannt. Die wenigsten Befragten verbinden die Teilnahme an Fortbildungen mit der persönlichen Karriereplanung.

„Hier sind die Kolleginnen und Kollegen ganz realistisch. Möglichkeiten zum beruflichen Aufstieg gibt es in unserer Kirche kaum.“ , erläutert Rohnke. Das könne aber auf Dauer zum Problem werden. Daher sei es hilfreich, auch in der EKKW den Bereich Personalentwicklung zu stärken. Auf diese Weise könne die hohe Bereitschaft zur Fortbildung erhalten werden.

Wie geht es weiter?

Der PA steht nun vor der Aufgabe, die vorliegenden Daten im Rahmen einer Tiefenauswertung noch eingehender zu untersuchen. Hier zeige sich dann erst das ganze Potenzial, das in dieser Studie stecke. Man erwartet als Ergebnis ein Kompetenzprofil des Pfarrberufs, um damit einen weiter gehenden Beitrag in der Leitbilddiskussion zum Pfarrberuf leisten zu können. Die Befragung, die methodisch als „Wichtigkeitsanalyse“ angelegt ist und nach der Relevanz von Leitbildern fragt, bietet hier sehr breit angelegte öglichkeiten zur Auswertung der Daten.

Inzwischen ist eine Tiefenauswertung abgeschlossen. Die Dokumentation wird alsbald veröffentlicht. Eine Zusammenfassung finden Sie bei den folgenden Downloads. Weitere Informationen erhalten Sie bei Andreas Rohnke (Vorsitzender des Pfarrerausschusses, Andreas.Rohnke@pa-ekkw.de)

Dokumente zur Befragung:



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